Blinde Passagiere im trojanischen Pferd
10 Jahre Krieg haben ihre Spuren hinterlassen, nicht nur auf Schlachtfeldern oder in der Stadt, sondern auch im Denken der Menschen. Briseis ist nur ins Pferd geklettert, weil sie doch auch einmal so heldenhaft besungen werden will, wie der große Achill. Spourgitis kann dem nicht so viel abgewinnen, was bringt es einem denn, nur ein kurzes Leben zu führen und danach, wenn man schon tot ist, berühmt zu sein. Auch bei der Vorgeschichte zum trojanischen Krieg entdecken die beiden Unterschiede in ihren Versionen. Hat Prinz Paris die schöne Helena jetzt kaltherzig entführt oder hat sie sich unsterblich in ihn verliebt und ist freiwillig mitgekommen? Eine der Versionen wurde schon im Lateinunterricht thematisiert, eine gute Gelegenheit also, sich hier daneben einmal mit der anderen Lesart zu beschäftigen. Und dann ist da ja noch der Gott Hermes, der nur darauf wartet, das nächste Todesopfer zur Unterwelt hinabzubegleiten – und leider leer ausgeht: Briseis und Spourgitis entscheiden sich, dass sie da nicht dabei sein wollen und haben mit ihren Dialogen dazu angeregt, die eigentlich doch allen bekannte Geschichte einmal aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten.
Gymnasium