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Evangelische Landesbischöfin Springhart zu Besuch im St. Paulusheim, Bruchsal



Die Landesbischöfin ist am 14. Juni 2023 einer Einladung des Gymnasiums St. Paulusheim in Bruchsal zu einem Podiumsgespräch über das Schuljahresmotto „I have a dream … pax an!“ gefolgt.
Nach einem Rundgang durch die Schule, einer kurzen Begrüßung durch den Schulleiter OStD Markus Zepp und einem Willkommenslied des „Kleinen Chors“ unter Leitung von Matthias Böhringer stellt sie sich den Fragen von vier Schülerinnen des Leistungskurses Religion der Kursstufe 1, der erstmals am katholisch getragenen St. Paulusheim von einer evangelischen Religionslehrerin, OStR´in Sonja Burghardt, unterrichtet wird.
Springhart erzählt den etwa 170 Schülerinnen und Schülern der zehnten Klassen und der Kursstufe 1 zunächst, warum sie ein Theologiestudium begonnen habe. Da war als Jugendliche schon die Wut über die realitätsferne Sprache ihrer Kirche, aber auch die Überzeugung, dass das Studium vielseitig sei und existenzielle Fragen des Menschseins beantworten könne. Und dass Gesellschaft aus dem Glauben heraus veränderbar sei. Um am Puls der Zeit zu bleiben, ist für Springhart der ständige Kontakt zu den Menschen, und nicht nur zu den Gläubigen, wichtig. Zuzuhören, miteinander zu sprechen, den Blick zu weiten, Strukturen zu schaffen, die den Entwicklungen in den Kirchen Rechnung tragen, sei wesentlich, und auch ein lebendiges, vielfältiges Gemeindeleben.

Den Kern des Evangeliums sieht sie darin, die Welt zu gestalten, dass sie gerechter wird. Glaube habe somit auch eine politische und gesellschaftliche Dimension. Umweltschutz, Einsatz für den Frieden oder für Gleichberechtigung gehören dazu.

Springhart verweigert sich in einigen Fragen Mainstreampositionen und auch einem unkritischen Schwarz-Weiß-Denken. Zurückhaltend äußert sie sich zur Frage nach einem selbstbestimmten Tod, der eine Illusion sei. Das Zölibat hält sie nicht für den entscheidenden Faktor, dass sich in der katholischen Kirche immer weniger junge Männer für das Priesteramt entscheiden. Sie ist davon überzeugt, dass Waffenlieferungen in die Ukraine keinen Frieden schaffen, aber keine Waffen zu liefern, schaffe auch keinen Frieden. Es sei an Putin, den Krieg zu beenden, nicht an der Ukraine, die sich selbst aufgeben würde. Die Aufgabe der Kirchen sieht sie darin, alles in ihrer „Macht Stehende zu tun, um Gesprächskanäle offenzuhalten, denen, die um friedliche Lösungen ringen, den Rücken zu stärken und konkrete humanitäre Hilfe zu leisten“. Und sie warnt vor einer pauschalen Verurteilung aller Russen, sei es in Russland selbst oder auch in Deutschland.

Klar und eindeutig ist ihre Haltung zu anderen Themen. So beklagt sie den intransparenten und den Opfern oft nicht gerecht werdenden Umgang mit sexualisierter Gewalt. Hier sieht sie konkret einen Schwerpunkt der zukünftigen kirchlichen Arbeit, auch wenn die evangelische Kirche davon nicht in dem Ausmaß betroffen sei wie die katholische. Letztlich sei es ein Problem institutioneller Macht, auch jenseits der Kirchen. Eindeutig ist auch ihre Haltung zur Ordination von Frauen. Für sie sei es sehr beeindruckend gewesen, dass Frauen Tränen in den Augen gehabt hätten, als ihnen eine Frau den Segen in einem ökumenischen Gottesdienst erteilt hätte.

Springhart macht deutlich, dass die jungen Menschen Kirche sind. Leben ist für sie Dynamik, nicht Stillstand. Junge Menschen hätten das Recht auf eigene Ansichten und Deutung der Welt. Die Stimme zu erheben sei zwingend notwendig, auch wenn sich das nicht immer gleich in messbaren Erfolgen ablesen ließe. Aber auch eine selbstkritische Grundhaltung, die sich letztendlich in Demut konkretisiere, sei wünschenswert. Nicht jede Aktion sei zielführend und mancher Maßnahme seien auch Grenzen gesetzt.

Kirche muss realitätsnah, dicht an den Anliegen und Ängsten der Menschen sein.

So zeigt sich die Landesbischöfin als Verfechterin des Lebens. In Zeiten, in denen es eher schwierig ist, sich zu Glauben und Christentum zu bekennen, macht diese Landesbischöfin auch jungen Menschen Mut. Die Schülerinnen und Schüler im Publikum sind von Heike Springhart beeindruckt, nicht zuletzt wegen ihres unprätentiösen Auftritts und ihrer offen, den Menschen zugewandten Art, und manch eine Äußerung wird im Unterricht nachzusprechen sein.

In einem abschließenden Gottesdienst fordert die Landesbischöfin in ihrer Predigt die Schülerinnen und Schüler zum Träumen auf, und zwar hoffnungsstur und glaubensheiter.

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