Privates Gymnasium St. Paulusheim, Bruchsal
 
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Compassion - Sozialpraktikum

 

Ein Erfahrungsbericht - Compassion 2012

Franziska Koltze in der SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth

Mein Sozialpraktikum in der Zeit vom 5.11. bis zum 16.11.2012 habe ich in der SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth absolviert. Die Dorfgemeinschaft Hohenroth gehört zum SOS-Kinderdorf e.V. und liegt ca. eine Autostunde von Würzburg entfernt. Die Einrichtung ist jedoch – anders als die „normalen“ SOS-Kinderdörfer – nicht zur Betreuung von Kindern ausgelegt, sondern richtet sich vielmehr an geistig behinderte Erwachsene, die dort in familienähnlichen Unterkünften leben können und auch eine auf sie ausgerichtete Arbeitsstelle vorfinden. Die Betreuten leben wie in einem kleinen Dorf in verschiedenen Hausgemeinschaften, die jeweils aus ungefähr acht Betreuten und den beiden sog. Hauseltern bestehen. Jede dieser Hausgemeinschaften lebt in einem Haus, das ganz individuell eingerichtet wurde. Auch die Arbeitsbereiche, in denen die Betreuten jeweils am Vormittag und am Nachmittag arbeiten, sind in diesem Dörfchen untergebracht. Die Arbeitsstätten ermöglichen es durch ihre Vielfalt, dass jeder, der neu in die Gemeinschaft kommt, eine Arbeit findet, die ihm gefällt und die seinen Fähigkeiten entspricht. Es werden folgende Bereiche angeboten: Landwirtschaft, Bäckerei, Molkerei, Gärtnerei, Café/Laden, Werkstätten für Holz, Metall, Textil, Bienenwachs, Saatgut und Kräuter.

Meine Aufgaben bestanden darin, morgens der Hausmutter und der Hauswirtschaftshelferin meiner Hausgemeinschaft bei den täglich anfallenden Hausarbeiten zu helfen und nachmittags in der Bäckerei mitzuarbeiten. Dabei wurde ich von allen sehr freundlich aufgenommen, so dass es mir leicht fiel, mich in die Gemeinschaft zu integrieren. Da ich in meinem Leben noch nicht viel mit geistig behinderten Menschen zu tun hatte, war ich am Anfang noch unsicher im Umgang mit ihnen, da ich niemanden unabsichtlich vor den Kopf stoßen wollte. Diese Unsicherheit meinerseits wurde jedoch von der Freundlichkeit der Betreuten ohne viele Umstände hinweggefegt, so dass ich mich bereits in den ersten Tagen dazugehörig fühlte. Wenn ich irgendwelche Fragen hatte, konnte ich mich, ohne zu zögern, an die Mitarbeiter wenden, wobei mir besonders meine Hausmutter und ihre Haushaltshilfe eine sehr große Unterstützung waren. Bei dem Umgang mit den Betreuten lernte ich auch vor allem, dass manchmal viel Geduld auf beiden Seiten zur Verständigung nötig waren, denn genauso, wie sie teilweise nicht verstanden, was ich von ihnen wollte, verstand ich manchmal nicht, was sie von mir wollten. Diese kleinen Hindernisse waren jedoch kein Problem für uns, denn Spaß hatten wir immer. Für mich war dabei besonders schön zu sehen, wie Betreute, die mich am Anfang kaum wahrgenommen hatten, mir später ihr schönstes Lächeln zeigten, wenn ich zu ihnen kam. Auch mit den anderen Praktikanten und FSJlern, die zur selben Zeit wie ich in Hohenroth waren, habe ich mich viel und gut unterhalten. Wir konnten uns jeden Abend in einem eigens für uns eingerichteten Raum zusammensetzen und Zeit für uns haben, sodass ich auch am Abend, wenn alle Arbeit getan war, viel Spaß hatte.

Schlussendlich kann ich sagen, dass mein Praktikum in der Dorfgemeinschaft Hohenroth mit vielen positiven Erlebnissen und viel Spaß und Freude verbunden war, so dass ich solch ein Praktikum jedem, dem solche sozialen Tätigkeiten Spaß machen, nur empfehlen kann.

In diesem Sinne möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bei den Mitarbeitern der SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth, bei allen Betreuten und besonders bei meiner Hausgemeinschaft und insbesondere bei den Hauseltern und der Hauswirtschaftshelferin bedanken.

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