Kinder helfen Kindern
Klassenfest der 6c (Sj 2007-8)

Die Klasse 6c unterstützt mit ihrem Klassenfest die Projektarbeit der Missionsgruppe Büchenau, die sich zur Aufgabe gemacht hat, bei Entwicklung von Kyamulibwa bei Masaka mitzuhelfen, einem Gebiet von 20 x 30 km im Süden Ugandas.
Allgemeine Situation in unserem Projektgebiet:
Die Menschen dort leben als Kleinbauern und pflanzen Kaffee zum Verkauf und Kochbananen, Mais, Bohnen, Kartoffeln und Maniok zum Eigenverbrauch. Kühe, Schweine und Hühner gibt es nur in geringer Anzahl. Das Pro Kopf- Einkommen auf dem Land ist immer weiter gesunken, da der Kaffeepreis immer mehr verfällt und ein Bauer für 1 kg Kaffeebohnen noch etwa 7 Cent erhält. Die Böden werden nicht gedüngt und mit traditionellen Methoden bearbeitet, was bedeutet, dass sie nur geringen Ertrag zulassen.
Die Menschen sind etwa zur Hälfte Analphabeten und die Armut ist im allgemeinen sehr groß. Da es keine Bewässerungsmöglichkeit gibt, leiden die Menschen nach zu langen Trockenzeiten sehr unter Hunger, können keine Medizin bezahlen und nicht für Schulgebühren aufkommen. Im Schnitt werden die Menschen auf dem Land nur 40 Jahre alt. Haupttodesursachen sind Malaria, Infektionskrankheiten und Aids. Drei Viertel der Menschen sind Kinder und Jugendliche., die oft als Waisen und Halbwaisen in großer Anzahl bei Verwandten oder sogar alleine wohnen.
Die handwerkliche Ausbildung war bis vor einigen Jahren unbekannt, bzw. hatte keinen Stellenwert. In den letzten Jahren erkannten die Menschen nun, dass man nach der Ausbildung in einem Weiße- Kragen- Beruf ohne Job auf der Straße steht, während die Abgänger der von uns finanzierten Gewerbeschule Anstellungen finden oder durch das Gründen einer kleinen Werkstatt Zukunftschancen haben. Pfr. Kitto spricht als verantwortlicher Vertreter des Berufsschulwesens für den Süden Ugandas regelmäßig einmal die Woche in einem Radioprogramm, um Jugendliche für Handwerksberufe zu begeistern und sie zur Finanzierung der Schulausbildungen zu kleinen Projekten anzuregen.

Die Arbeit der Missionsgruppe Büchenau
Unser Projektpartner: Pfr. Expedit Kitto, der inzwischen für den Aufbau des Berufsschulwesens in der Diözese Masaka verantwortlich ist und in einem Gremium des Ministeriums den Süden Ugandas vertritt
Träger der Projekte: Diözese Masaka, Bischof Kaggwa
Arbeitsweise: Nichts wird von uns Weißen aufgesetzt, sondern entsteht nach Vorschlägen von unseren Partnern nach vielen Diskussionen.
Projektarbeit seit 1983:
+ Bau einer 10 km langen 11 KV- Stromleitung
+ Bau einer 1 km langen Wasserleitung mit Tank
+ Auf- und Ausbau einer Gewerbeschule für 170 Lehrlinge in 4 Berufen ( Schreiner, Maurer, Näherinnen und Köchinnen / Hauswirtschafterinnen ),
+ Bau und Ausbau eines 30 Betten- Krankenhauses, Renovierung und Erweiterung des OP- Bereichs und Sickergruben,
+ Bau eines Schwesternkonvents für Schwestern, die als Krankenschwestern Dienst tun,
+ Bau von kleinen Häusern für den Arzt und einen medizinischen Assistenten,
+ Auf- und Ausbau der St.- Kizito Prim.- School ( Volksschule Kl. 1 – 7 ) mit Schlafsälen für Heimunterbringung,
+ Aufbau und Erweiterung der St. Leonard Prim- School mit dem Schwerpunkt handwerklicher Grundbildung und naturwissenschaftlichem Unterricht,
+ Aufbau einer Baumschule, Kauf von Land für den Anbau von Bananen, Mais und Gemüse, +
+ Kauf eines Sumpfgeländes und Aufforstung ( der Verkauf des Holzes amortisiert die Schwesternlöhne ),
+ Anlegen einer Rinderfarm, Aufbau eines Schweineprojekts mit Wasserversorgung für 300 Tiere,
+ Aufbau einer Maismühle im Trading- Centre,
+ Anlegen eines Fischteichs,
+ Aufbau einer Zahnarztstation in Masaka, deren Erlös für das Krankenhaus in Kyamulibwa eingesetzt wird, damit auch die Ärmsten behandelt werden können.
Es gab viele Arbeitseinsätzen vor Ort und es wurden schon viele Dinge geschickt wie zum Beispiel ein Krankenauto oder viele Container u. a. mit Maschinen, Werkzeugen, Krankenhaus- Geräten. Seit Ende 1999 gibt es auch unser Patenschaftsprogramm, wo Sponsoren einem Kind Schulbildung ermöglichen, zum Teil mit Heimaufenthalt und durch Briefe einen persönlichen Kontakt bekommen. Spätestens alle 2 Jahre finden Besuche statt, auch zur Kontrolle.
Geldbeschaffung:
+ jährliche Veranstaltungen wie Missionsfest,
+ Muttertagsessen, Verkauf am Fasnachtsumzug,
+ Verkauf von Handarbeiten und Kunsthandwerk,
+ Weihnachtsmarkt, Herstellung von Kreuzen für Kommunionkinder,
+ Filmvorführungen und Vorträge für Schulklassen und verschiedene Gruppen
+ Gruppen und Schulklassen in verschiedenen Ortschaften veranstalten Hungermärsche,
+ Sponsorenläufe und andere einmalige Veranstaltungen. Ab und zu gibt es auch Spender.
Mitarbeiter: Wir sind eine Gruppe der Pfarrei St. Bartholomäus Büchenau. Um einen festen Kern von etwa 10 Familien gruppieren sich viele andere Helfer, die ihren jeweiligen Kenntnissen und Vorlieben gemäß hier und auch an anderen Orten einen großen aber spezifischen Einsatz bringen.
Unsere Arbeit seit 2004:
Verpacken von vielen Hilfsgütern, die wir Anfang Juli 2004 in einem großen und einem kleinen Container nach Uganda schicken konnten. Die wichtigsten Dinge waren: 5 große Schreinerei- Maschinen und Werkzeuge für die Schreinerlehrwerkstatt, ein Röntgengerät, ein Wärmebettchen für Neugeborene, 2 Zahnarztstühle mit vollständiger Behandlungseinheit, ein Traktor und viele weitere Geräte.
Anbau an das Krankenhaus für den neuen Zahnbehandlungsraum
Fertigstellung und Ausbau der neuen Gebäude für die ersten 3 Klassen der St. Leonard Prim.- School.
Für die St. Kizito- Prim. School wurde ein „Green- house“ ( Baumschule ) finanziert, wo die Kinder durch das Ziehen von Baumpflanzen an die nötige Aufforstung herangeführt werden.
Vergrößerung der Schweinefarm, Bau eines Untergrundtanks für den Wasserbedarf der Tiere in der Trockenzeit
Unsere Arbeit seit 2006:
Finanzierung eines Zauns um das Green- house- Projekt mit Geräte- und Wachhaus.
Kauf eines großen Generators zur weiteren Ermöglichung der Möbelherstellung und zum Betreiben der Maismühle, da der Staat in der Woche nur noch zweimal kurz Strom schicken kann. Da 2/3 der Einnahmen durch den Verkauf von Möbeln und dem Betreiben der Maismühle erwirtschaftet werden und jeden Monat etwa 70 Löhne ausbezahlt werden müssen, war der Generator dringend nötig.
Finanzierung eines Schlafhauses mit Dreistockbetten für die St. Kizito- Schule, damit weitere völlig chancenlose Kinder einen Heimplatz erhalten können.
Finanzierung von Lehrmaterial für den Physik- und Chemieunterricht der Sec.- School. Anbau und Ausbau eines Physik- und Chemieraums für die Schule.
Erweiterung der St. Leonard- Schule um ein Gebäude mit 2 Klassenzimmern und Innenausbau.
Teilweise Finanzierung einer Unterkunft für die Hebammen und Hilfsschwestern des Krankenhauses.
Aufbau einer Klinik in Masaka in angemietetem Stockwerk, das in Zimmer eingeteilt und eingerichtet wurde. Für diese Klinik wurde eine Zahnbehandlungseinheit mit allen nötigen Geräten geschickt und installiert. Der erwartete Gewinn soll helfen die Krankenhauskosten für die arme Landbevölkerung in Kyamulibwa zu senken..
Geldliche Unterstützung eines „senior- expert“, der in 8 Wochen die Gewerbeschullehrer an den im vorigen Jahr geschickten Schreinereimaschinen besser ausbildete.
Kauf eines Autos ( eines Jeeps ), mit dem mehrere Personen befördert werden können ( z. B. die Lehrlinge zu ihren Praktikumsplätzen und Arbeitseinsätzen mit Entfernungen von bis zu 300 km )
Finanzierung weiterer Schweineställe zur Erweiterung der Schweinehaltung - Bau eines Brunnens mit Handpumpe bei den Schweineställen
Weiterer Ausbau des Patenschaftsprogramms, um auch den chancenlosen Aidswaisen und verelendeten Kindern eine Zukunft zu ermöglichen. Im April 2008 war die Anzahl auf 625 Patenkinder angewachsen, wobei schon über 100 Jugendliche ausgelernt haben. ( Das Projekt soll nach einigen Jahren wieder zurückgefahren werden, wenn die Bauern durch eigene, kleine, funktionierende Projekte selbst für die Schulausbildungen sorgen können. Zur Zeit ist das Elend aber noch sehr groß. )
Unsere aktuellen Projekte:
Verschicken eines 40 Fuß- Containers! ( geschickt wird ein geschenktes Krankenauto, Möbel und Geräte einer Arztpraxis, Ausrüstung für einen Zahntechniker, eine Zahnbehandlungseinheit, medizinische Geräte, Nähmaschinen für die Schneiderinnen- Lehrwerkstatt, Werkzeuge zur Holz- und Steinbearbeitung, verschiedene Schreinereimaschinen, Drehbank für Metall, Material für ein Windrad, Lehrmaterial für Schulen ). Das Ansammeln ist inzwischen abgeschlossen.
Aufbau eines Schulgebäudes mit 2 Räumen für den naturwissenschaftlichen Unterricht in der Hl. Family Sec.- School
Ansparen eines weiteren Gebäudes für die beiden Prim.- Schulen. Die St. Leonard- Schule braucht noch dringend Klassenzimmer und beide Schulen zusammen brauchen 2 Werkräume für den Technikunterricht
Finanzierung eines Schlafsaalgebäudes für Jungs der St. Kizito Prim.- School, damit weitere Jungs aufgenommen werden können und das Klassenzimmer frei wird, in dem die Jungs zur Zeit eng wie die Heringe schlafen
Sammeln von Gebrauchtmaschinen für die Schneiderlehrwerkstatt, damit Kleidung verkauft werden kann, Ansparen von Geldmitteln für den besseren Ausbau
Vorbereitung eines Pilotprojekts: Der Aufbau eines Windrads, der das Wasser von dem erbauten Brunnen in einem Umlaufsystem nach oben in einen Tank befördern soll.
Vergrößerung der Schweinefarm und Rinderhaltung ( Gewinn für Lehrerlöhne )
Ansparen eines größeren Transportfahrzeugs zum Transport von Brettern, Möbeln, Tierfutter usw.
Weiterer Ausbau der Zahnarztstation in Masaka, um mehr Gewinn für das Krankenhaus in Kyamulibwa erwirtschaften zu können.
mit dem Aufbau einer Bank für Kleinstkredite beginnen wir sobald als möglich, damit Bauern, die in der Gewerbeschule Lehrgänge bekommen und individuell beim Aufbau kleiner Projekte beraten und begleitet werden, Kleinstkredite bekommen können. Dies ist uns sehr wichtig, da die Menschen nur dann gute Schulbildungen und Krankheitskosten finanzieren können, wenn sie eine Perspektive bekommen und den Lebensstandart steigern können.
Ausweitung unseres Patenschaftprogramms
Hilfen von Gemeinden, die mit uns zusammen arbeiten: Die Gemeinde Balzfeld ( Dielheim bei Sinsheim ) finanziert seit vielen Jahren einen Anteil für den Lohn des Arztes und manchmal Arzneimittel. Auf Initiative der Kommunionmütter kam das Geld für ein Wärmebettchen zusammen.
Die Gemeinde St. Jodokus in Wiesental finanzierte in den letzten Jahren die Renovierung und Erweiterung der Wasserversorgung , half das Land für die Schweinezucht vergrößern, spendete für die Renovierung der Sec.- School, baute ein Schlafsaalgebäude für die Mädchen der Sec.- School und sorgte für bessere Fenster und einen Anstrich im Krankenhaus. Die Schule und ein Kindergarten beteiligten sich an der Finanzierung der Heimunterbringung.
Die Turmbergschule in Weingarten finanzierte durch 2 Sponsorenläufe den Maschinenpark für die Schreiner- Lehrwerkstatt und einen großen Generator.
Der Ursulinen- Konvent half beim Kauf eines Jeeps.
Kleinere Projekte wurden von Gruppen in Kirrlach, Rheinhausen, Oberhausen, Weingarten, Neureut und Bühlertal unterstützt.
Die Entwicklung unseres Schul- und Krankenhausprojektes in Kyamulibwa / Uganda ( 30 km nordwestlich von Masaka ) seit unserem letzten Besuch im August 2007:
Seit Januar 2003 wurden die 2. Primary- school St. Leonard und die Sec.- School Hl. Family mit der Gewerbeschule vernetzt, so dass handwerkliche und technische Ausbildung in noch stärkerem Maße als bisher gefördert wird. Ab Kl. 5 werden die Schüler aufgeteilt auf verstärkten Physikunterricht oder verstärkten handwerklichen Unterricht.

