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Reise nach Trier und Luxemburg - Oktober 2004
Zwei Tage im Dreiländereck
von Dr. Sibylle Orgeldinger
Der Freundeskreis organisierte eine Reise nach Trier und Luxemburg
Das Dreiländereck Deutschland – Frankreich – Luxemburg war Ziel der Zweitagesreise 2004 des Freundeskreises St. Paulusheim. An einem Oktoberwochenende ging es mit dem Bus von Bruchsal zunächst nach Mettlach an der Saarschleife, wo der Keramikkonzern Villeroy & Boch seinen Sitz in der früheren Benediktinerabtei hat. In ihrem Park liegt das älteste aufrecht stehende sakrale Gebäude des Saarlands: der Alte Turm aus dem späten 10. Jahrhundert. Es handelt sich um eine kleine Kirche über achteckigem Grundriss, erbaut unter dem irischen Abt Lioffin als Maienkirche mit Grabstätte des heiligen Lutwinus. Sehenswert in Mettlach ist auch die um die Jahrhundertwende im rheinisch-romanischen Stil erbaute Lutwinuskirche, vor allem wegen der Glas- und Tonstiftmosaiken auf dem Boden, an den Wänden und an der Decke des Chorraums – ein breiter Ausschnitt aus dem Spektrum regionaler Mosaikkunst.
Kultur in Keramik
Überregional bekannt ist Mettlach durch seine Keramiktradition: 1809 erwarb Jean-François Boch die Alte Abtei und richtete in dem Barockbau eine damals hochmoderne, weitgehend mechanisierte Geschirrproduktion ein. Schnell wuchs ein Industriezentrum heran, das später sogar die Eisenbahn nach Mettlach brachte. Noch heute lenkt der Konzern Villeroy & Boch seine weltweiten Aktivitäten von der Abtei aus. Im so genannten Erlebniszentrum konnten die Teilnehmer der Freundeskreis-Fahrt die Geschichte der Keramikherstellung verfolgen. Kostbare Sammlungen aus mehreren Jahrhunderten präsentiert das Unternehmen im Keramikmuseum Mettlach, das ein Stück europäische Industriegeschichte zeigt und zugleich die Entwicklung der Alltagskultur veranschaulicht. Nach der Besichtigung gab es Gelegenheit zum Einkaufen in den Villeroy & Boch Factory Outlets.
In Luxemburg (Stadt) startete die Gruppe am Place de la Constitution zu einer zweieinhalbstündigen Besichtigung. Die Stadt im Zentrum Europas kennzeichnet sich durch ein spannungsreiches Nebeneinander von Altem und Neuem: Die hoch gelegene malerische Altstadt zählt heute zum Unesco-Weltkulturerbe. Sie bietet einen Rundumblick auf den modernen Teil von Luxemburg. Besonders beeindruckt waren die Reiseteilnehmer von der imposanten Kathedrale Notre-Dame. Die spitzen Türme dieses im 17. Jahrhundert errichteten spätgotischen Bauwerks überragen sämtliche Gebäude des Stadtzentrums.
Nächste Station der Fahrt war die älteste Stadt Deutschlands – Trier. Dort hatte der Freundeskreis in der Katholischen Akademie Robert-Schumann-Haus Zimmer reservieren lassen. Die Reiseteilnehmer waren begeistert von dem wunderschönen Blick vom Haus aus auf die alte Römerstadt. Nach dem Abendessen entschied sich die Gruppe dafür, mit Pater Gerold Schafbuch einen Gottesdienst in der hauseigenen Kapelle zu feiern. Danach blieben manche im Haus und saßen gemütlich bei einem Glas Wein zusammen, andere erkundeten die Fußgängerzone von Trier.
Museum europäischer Baukunst
Am folgenden Vormittag geschah etwas Unvorhergesehenes: Der Bus, der die Teilnehmer in die Stadt bringen sollte, wollte einfach nicht anspringen. Weil aber das Reiseunternehmen nach einem Anruf des Fahrers prompt reagierte und den Bus sofort austauschen ließ, ging kaum Zeit verloren. Die Gruppe machte sich unterdessen zu Fuß auf den Weg in die Stadt. Bei einer Führung sahen die Teilnehmer einige – wenn auch längst nicht alle – der zahlreichen Baudenkmäler aus römischer, romanischer und gotischer Zeit sowie der Renaissance, des Barocks und des Klassizismus, denen Trier seinen Ruf als Museum europäischer Baukunst verdankt – allerdings ein Museum, in dem Leben herrscht, ob wirtschaftlich, akademisch oder kulturell. Leider war der berühmte Dom – mit drei Krypten, Kreuzgang, Domschatzkammer und Heiltumskammer vereint er Architektur und Kunst aus über 1 650 Jahren – an dem Vormittag nicht von innen zu besichtigen. Immerhin aber blieb noch Zeit für einen Besuch der so genannten Basilika. Dieser Thronsaal des Kaisers Konstantin ist der größte aus der Antike erhaltene Einzelraum; seine Tiefe wirkt bis heute verblüffend.
Malerische Mosellandschaft
Zum Abschluss machte die Gruppe eine Moselfahrt – nicht aus Liebeskummer wie im Heimatfilm, sondern aus Lust an der Landschaft: Steile Rebhänge, malerische Winzerorte mit alten Fachwerkhäusern und romantische Burgen machen sie zu einer der reizvollsten in Europa. Ein Stück davon konnten die Reiseteilnehmer vom Schiff aus bewundern. Sie fuhren von Enkirch nach St. Adelgund rund um die Marienburg. Danach war es schon fast wieder Zeit für die Rückfahrt nach Bruchsal – und wie zu hören ist, hat auch das bei Villeroy & Boch erstandene Porzellan den Transport im Bus wohlbehalten überstanden.

